Leseproben

Unlektoriert / unkorrigiert

1.
Das Wasser an seinen Händen war eiskalt und vor ihm spiegelte sich der Vollmond im See. Dahinter waren die Berge die sich tiefschwarz am Horizont abzeichneten. Da waren nur Sterne und der Mond, die Licht spendeten. Nathan konnte eine Stimme hören. Irgendwo hinter ihm war jemand. Er zog die Hände aus dem Wasser, strich sie an der Hose ab und versuchte seinen rasenden Puls zu kontrollieren. Er entdeckte einen Schatten, der auf ihn zukam. Ruhig und langsam.
»Du hättest nicht kommen dürfen.«
Es war Derrin, der ihn ansprach und Nathan fiel ein Stein vom Herzen. Sein Freund war am Leben.
»Du hättest nicht kommen dürfen, hier ist es zu gefährlich für dich.« Derrin hatte ihn fast erreicht, als Nathan ein kurzes Aufblitzen sah und einen Schuss vernahm. Sein Herz setzte aus. Derrin taumelte auf ihn zu und fiel ihm in die Arme. Seine offenen braunen Augen starrten ihn leer an und von überall hagelten Kugeln auf ihn ein.
»Harrison, lass los, verdammt! Du kannst nichts mehr für ihn tun! Lass mich dein Bein ansehen!«, brüllte Tom ihn an.
Tom?
Schweißgebadet schreckte Nathan mit rasendem Puls aus dem Schlaf. Es fiel ihm schwer zu atmen und dass Harper neben ihm erwachte, bemerkte er kaum. Es fiel ihm schwer, zwischen Realität und Traum zu unterscheiden. In diesen Sekunden ließen sie sich einfach nicht trennen. Sie klebten aneinander wie Kaugummi. Derrin, er hatte von Derrin geträumt.
»Nath? Alles in Ordnung?« Harper war vom Schlaf heiser und als sie ihn berührte, fühlte es sich an, als würde sie ihn verbrennen.
»Nein, nichts ist in Ordnung.« Er sprang aus dem Bett und taumelte nur in Shorts bekleidet aus dem Schlafzimmer. Dass Harper seinen Namen rief, nahm er nur hallend wahr. Nein, es war nichts in Ordnung. Auf dem Flur fand er sein Gleichgewicht wieder und doch ließ er seine Hände an der Wand entlang gleiten aus Angst, dass sie plötzlich verschwinden würde. Sein Weg führte ihn mit Luftnot und Herzrasen auf die Terrasse zu ihrem kleinen Garten. Erst mitten auf dem Rasen blieb er stehen. Die kühle Nachtluft nahm er kaum zur Kenntnis, sein Blick wanderte ziellos über den Himmel. Nach was suchte er eigentlich?
»Nathan?«
Er nahm Harpers Stimme wahr und war doch nicht in der Lage sich zu ihr umzudrehen, denn ihm wurde bewusst, wie er sie gerade angefahren hatte. Er hatte sie nicht anfahren wollen und er hatte ihr keine Angst einjagen wollen. Aber dieser Traum …
»Darf ich zu dir kommen?« Ihre Stimme zitterte und er konnte ihre Angst heraushören. Tief einatmend zwang er sich die Kontrolle über sich wiederzuerlangen, ehe er nickte. Sah sie diese Geste? Er konnte gerade nichts sagen. In seinem Kopf herrschte ein Gewitter, dass sich in diesen Sekunden zu einem penetranten Kopfschmerz entwickelte. Von jetzt auf gleich war da ein stechen in jedem Millimeter seines Gehirns. Er wollte seine Hände an seine Schläfen pressen, tat es aber nicht. Er wollte Harper diesen Schmerz nicht zeigen. Sie sollte es nicht sehen. Sie sollte keine Angst um und schon gar nicht vor ihm haben.
Er spürte, wie sie eine Wolldecke über seine Schultern legte und neben ihm stehen blieb. Sie hatten, kurz nachdem sie ein Paar geworden waren eine Abmachung getroffen. Nathan hegte die Angst, dass er Harper während eines Flashbacks verletzen könnte, daher hatten sie sich darauf geeinigt, dass sie ihn ansprechen sollte. Sollte er ihr nicht antworten war es besser wenn sie sich fernhielt und wenn dieser Umstand länger anhalten sollte, hatte er ihr gesagt, dass sie seine Brüder informieren und das Haus verlassen sollte. Bisher war es zum Glück nie zu einem solchen Moment gekommen, aber in den letzten Nächten hatte er nur wenig Schlaf gefunden und war immer wieder von Albträumen heimgesucht worden. So intensiv wie gerade war es jedoch bisher nur selten gewesen. Er kannte die Stelle, die er im Traum gesehen hatte. Es war ein See in Afghanistan und die Worte, die Tom ihm im Traum zugebrüllt hatte, hatte er auch im realen schon einmal gerufen. Vor Jahren als sein bester Freund Shane in seinen Armen verblutet war, hatte Tom genau dasselbe gerufen. Nathan konnte spüren, wie sich der Traum langsam von ihm löste. Er strich sich mit der Hand durch die nass geschwitzten Haare und wandte sich dann schweigend Harper zu.
»Danke.« Er griff nach den Ecken der Decke, die über seinen Schultern hing, legte seine Arme um Harper und hüllte sie so ebenfalls ein. »Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken.«
Schweigend legte sie ihren Kopf an seine Brust. Sie würde nichts sagen. Schon oft hatte es ähnliche Momente gegeben, allerdings nur selten so intensiv wie dieser. Bei jedem einzelnen hatte er sich bei ihr entschuldig und immer hatte sie nicht reagiert. Er war stolz auf sie, dass sie seine Flashbacks so schweigend ertrug. Aber auch er litt gelegentlich unter ihren Albträumen. Ihre waren weniger geworden in den letzten Monaten. Es war, als wäre es ihr gelungen ihre Vergangenheit in die Schranken zu weisen. Sie so wegzusperren, dass sie nicht zurückkonnte. Darum beneidete er sie. Auch er wollte seine Dämonen wegsperren. Für immer. Aber es gelang ihm einfach nicht. Entweder war er zu schwach oder die Dämonen zu stark. Nein, zu schwach war er nicht, sonst würde er Harper nun nicht im Arm halten. Ihr warmer Atem strich wie ein heilendes Pflaster über seine Brust. Seinen Kopf an ihren lehnend schloss er einen Moment die Augen.
»Wie spät ist es eigentlich?« Er hatte keine Ahnung, wie spät es war. Er war aufgesprungen, hierher gerannt und konnte im Augenblick nur die Lichter der Stadt sehen. So ganz anders als in seinem Traum. Diese tiefe Dunkelheit und Stille. Die gab es hier nicht. Es war, als würde San Diego auch in der Nacht sprechen. Leiser als am Tag, aber ein hörbares Murmeln war es dennoch. Das gab es an vielen Stellen in Afghanistan nicht. Dort waren einfach keine Menschen, keine Häuser, keine Infrastruktur, die lärmend die Welt vom Schlaf abhielt.
»Als ich raus bin, war es halb 2.« Harper hob den Kopf. »Gehen wir wieder ins Bett?« Ihre Frage war ein leises Flüstern und er konnte ihren Wunsch, dass er genau das sagen würde förmlich hören. Sie genoss es zwar, hier zu stehen, aber sie würde nicht die gesamte Nacht hier mit ihm verbringen.
»Geh doch schon vor, ich komme nach.« Das in seinem Kopf tobende Gewitter würde verhindern, dass er schlafen konnte. Er fühlte sich, als würde er unter Strom stehen. Selbst zum hinlegen würde er sich in diesem Moment zwingen müssen. Wieder waren da die Bilder des Traums. Derrin der auf ihn zu rannte und schließlich in seine Arme fiel. Ein unangenehmes warmes Gefühl breitete sich auf seiner Haut aus. Die Wärme die viel zu schnell wieder wich und seine Hände, die feucht und klebrig wurden. Nein – das war Einbildung, das passierte nicht wirklich.
»Ich bleibe bei dir.« Harpers Stimme kam hallend bei ihm an und genau das machte ihm in diesem Augenblick Angst. Er konnte sich einfach nicht von diesem beschissenen Traum lösen. Diese verfluchte Wahnvorstellung wollte nicht verschwinden. Obwohl er wusste, dass er in seinem Garten stand, in seinem Zuhause, dass die Frau die er liebte, in seiner Nähe war, fühlte es sich alles schwammig an. Ein Zustand zwischen Realität und Wahn und es wollte ihm nicht gelingen, auf die wahre Seite zu kommen. Viel zu sehr war er auf Derrin fixiert. Er sah ihn direkt vor sich und traute sich nicht neben sich zu schauen, obwohl er wusste, dass dort Harper war und dass sie real war. Er wusste, dass Derrin eine Einbildung war und dass es ebenso Einbildung war, dass er das Blut aus vielen Wunden sickern sehen konnte. Das war verdammt noch mal nicht echt und doch sog ihn dieses Bild förmlich auf.
»Nath?«
Ein Gefühl wie ein elektrischer Schlag durchlief seinen Körper und trennte ihn brutal von den Bildern in seinem Kopf. Einen Augenblick war er nicht in der Lage zu atmen und zu verstehen, was gerade passiert war. Ihm wurde bewusst, dass er auf Knien im Rasen saß, und dass Harper dicht neben ihm kniete. In ihren Augen konnte er Angst erkennen. Keine Angst um ihr Leben oder vor ihm. Sie hatte Angst um ihn.
»Alles Okay?« Ihre Hand lag auf seiner Schulter und war wohl der Grund gewesen, warum er sich nun quälend langsam wieder in der Wirklichkeit zurechtfand. Dabei hatte er doch gesagt, sie sollte ihn nicht berühren. Es hätte auch sein können, dass er sie packte und zu Boden riss oder noch weit Schlimmeres.
»Ja.« Er erhob sich und reichte Harper eine Hand, um ihr aufzuhelfen. Als sie vor ihm stand zog er sie in seine Arme und lehnte seinen Kopf an ihren. »Danke«, leise flüsternd streichelte er durch ihre Haare. Sie löste sich ein Stück von ihm und ließ ihre Daumen über seine Wangen und seinen Bart gleiten. Erst jetzt spürte er die Feuchtigkeit, die sie verteilte. Scheiße. Er wandte den Kopf ab und schob sie zurück. Das hätte nicht passieren dürfen. Warum zum Teufel vermischte sich alles?
»Kommst du mit rein?« Flehend sah sie ihn an.
»Ja, aber ich geh noch duschen.« Er konnte nicht direkt zurück ins Bett. Er benötigte noch einen Moment, um sich zu sortieren. Harper stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. »Ich komm dann nach.« Seine Hände an ihr Gesicht legend dirigierte er sie wieder zu sich. Warm und weich legten sich ihre Lippen auf seine. Diese Nähe war es, die alles hier so real machte. Ohne sie wäre er gerade abgestürzt. Irgendwohin. »Na komm.« Es fiel ihm schwer, sich von ihr zu lösen. Er wollte sie spüren. Etwas Echtes. Nichts was seinen wirren Träumen und Erinnerungen entsprungen war. Seine Finger verschränkten sich mit ihren, als sie zurück ins Haus gingen. Obwohl ein kleiner Teil von ihm sagte, er solle mit Harper ins Bett gehen und dort noch mehr von der Realität kosten, ließ er sie in der Schlafzimmertür los. »Gib mir noch ein paar Minuten.« Nach einem weiteren Kuss entließ er sie ins Schlafzimmer.

 


2.


Harper konnte das Rauschen des Wassers hören. Kurz warf sie einen Blick auf den Wecker. Wie lange würde er duschen? Würde sie zu ihm gehen müssen, wenn er nicht rechtzeitig zurückkam? Würde ihn der Flashback wieder einholen, oder hatte er sich lösen können. Ihr eigener unruhiger Puls übertönte immer wieder das Geräusch des fließenden Wassers in der Dusche. Augenblicke wie der gerade im Garten waren sehr selten geworden. Als sie mit Nathan zusammengekommen war, hatte es sie einmal die Woche gegeben. Sie hatten niemandem davon erzählt. Nathan hatte Angst um seinen Job gehabt. Angst davor, als verrückt abgestempelt zu werden. Seine Brüder und wenige seiner Kollegen wussten von seinen Flashbacks. Aber niemand wusste, wie häufig sie zeitweise gewesen waren. Erst seit einigen Monaten war es seltener geworden. Einmal im Monat war dann schon häufig gewesen. Die letzten Wochen, seit Nathans Kollege John verschwunden war, waren sie häufiger geworden. Alpträume hatten ihn nachts aus dem Schlaf gerissen und oft nur schwer wieder zur Ruhe kommen lassen. Seit Derrin nun vor einer Woche ohne ein Wort irgendwo hin aufgebrochen war und sich, nun seit fünf Tagen nicht gemeldet hatte, waren die Nächte die Hölle. Aber sie ertrug es. Sie konnte nicht anders, schließlich hatte Nathan sie ebenfalls unterstützt und ihr beigestanden, als Träume und Flashbacks ihr Leben bestimmt hatten. Außerdem sorgte auch sie sich um den jungen Afghanen, den sie als sehr guten Freund in ihr Herz geschlossen hatte. Derrin gehörte zu ihrem Leben wie die Kollegen von Nathan. Und genau wie bei seinen Kollegen sorgte er sich, wenn es Probleme gab. Ob Derrin allerdings Probleme hatte, oder ob er geflüchtet war, weil er seine Heimat vermisste, vermochte sie nicht zu sagen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass er gegangen war, weil er sein Land vermisste. Schließlich wurde er dort von Terroristen gesucht und war vogelfrei. Jeder der ihn fand, konnte mit ihm machen, was er für richtig hielt. Hier hatte er eine tolle Wohnung gefunden und einen Job in dem er sich, ihres Empfindens nach, wohl fühlte. Er konnte seine Muttersprache sprechen und Menschen helfen, die sich hier in den Staaten nicht verständigen konnten. Allerdings gehörten oft Gefangene zu diesen Menschen. Menschen, die von Nathan, seinen Kollegen und anderen militärischen Einheiten gefangen genommen worden waren und hier her gebracht wurden um sie zu befragen und mögliche Bedrohungen auszuschalten. Dabei war Derrin eine große Hilfe. Zumindest hatte Nathan das gesagt und auch Derrin hatte ihr Ähnliches erzählt. Sie hatte nie den Eindruck gewonnen, dass er sich hier nicht wohl fühlte. Die erste Zeit war das sicher anders gewesen, da er rund um die Uhr überwacht worden war, da man davon ausgegangen war, dass er ein Terrorist war. Dieser Verdacht stand aktuell nicht mehr im Raum. Das könnte sich aber auch ändern, wenn man herausfand, wo er war. Nur wenige Minuten hatte sie mit dem Gedanken gespielt, dass Derrin ihnen etwas vorgemacht hatte, dass er vielleicht doch ein Terrorist war und zudem ein verdammt guter Schauspieler. Aber das konnte und wollte sie sich nicht vorstellen. Er hatte immer echt und authentisch gewirkt. Sie kannte ihn und seine Flashbacks fast so gut wie Nathan und seine Alpträume. Sie waren ein seltsames Trio, wenn sie mit etwas Distanz auf sie sah. Nathan, der Soldat, der ausgebildet worden war, um Terroristen zu töten und nun von Flashbacks und Alpträumen gequält wurde, weil er genau das getan und schreckliche Dinge erlebt hatte. Derrin, der ebenfalls gegen Terroristen gekämpft hatte und zeitweise selbst einer geworden war, um sich zu schützen. Der ebenfalls mit seinen Dämonen zu kämpfen hatte. Und sie. Die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort unterwegs gewesen war und ebenfalls Kontakt mit Terroristen gehabt hatte und auch sie musste immer wieder mit Dämonen kämpfen. Und doch waren sie und Nathan ein Paar und Derrin ein sehr guter Freund. Sie hatten ihre Ecken und Kanten und jeder hatte schlechte und auch sehr schlechte Tage. Tage an denen man aggressiv reagierte, die Nähe von Menschen nicht ertragen konnte oder wie sie, Berührungen die Hölle waren. Trotzdem oder vielleicht auch genau deswegen wollte sie keinen anderen Freund und keinen anderen besten Freund.
»Hey.«
Sie zuckte zusammen. Dass Nathan aus dem Bad zurückgekommen war, hatte sie nicht bemerkt. Er ließ sich neben ihr auf dem Bett nieder und sah sie aufmerksam an. Dann legte sich eine Hand an ihre Wange.
»Warum weinst du?«
Sie spürte, wie er eine Träne mit seinen Fingern auffing. Sein prüfender Blick verlangte eine Antwort, vielleicht auch nur die Aussage, dass sie gerade nicht über ihre Gefühle reden wollte. Ihm diese Antwort zu geben hatte ihr sehr lange Angst gemacht. Sie hatte immer befürchtet, dass er genaue Erklärungen haben wollte. Dass ein: Ich kann nicht darüber reden, nicht ausreichend war. Aber er war anders. Er nahm eben diese Aussage als Antwort hin. Dann folgten keine weiteren Fragen, kein Nachbohren Stunden oder Tage später. Diese Eigenschaft liebte sie an ihm und sie hatte sich angewöhnt, auch bei ihm diesen Satz zu akzeptieren. Das war ihr lange schwergefallen. Sie hatte verstehen wollen, was in ihm vorging und was ihn belastete. Aber ab einem bestimmten Punkt war ihr klar geworden, dass es einfach Dinge gab, die man nicht in Worte fassen konnte, oder die beim Aussprechen alles verschlimmerten und tiefe Wunden erneut aufrissen. Diese Wunden konnte sie nur aufreißen, wenn sie sich dazu in der Lage fühlte, den Schmerz zu ertragen und über den Dämonen zu stehen, die beim Öffnen der Erinnerungen auftauchten. Tief einatmend versuchte sie das in Worte zu fassen, was ihr durch den Kopf gegangen war. Es würde keine Wunden reißen. Es würde nur dafür sorgen, dass ihr bewusster wurde, was Derrin ihr bedeutete und dass sie ihn vermisste.
»Ich vermisse unseren Afghanen.« Sie schmunzelte. Ihr Afghane, diese Bezeichnung für Derrin war in den ersten Wochen und Monaten immer negativ belastet gewesen. Weil jeder gedacht hatte, dass dieser Afghane nichts als Probleme und Terror brachte. Erst nach und nach hatte sich diese Einstellung verflüchtigt und sie hatten über die Bezeichnung lachen können. Inzwischen war Ihr Afghane eine Formulierung, die sie im Scherz nutzten und die sogar Derrin nutzte. »Er gehört doch hier her. Mir ist nie wirklich aufgefallen, dass er sich in unserem Leben so breitgemacht hat.« Es gelang ihr, Nathan anzulächeln. »Er passt irgendwie gut zu uns oder? Wir sind alle drei leicht bescheuert.«
Nathan lachte nickend auf. »Ja wir haben alle einen an der Waffel.« Seine Hände legten sich an ihr Gesicht. »Versprich mir, dass du nicht wegläufst.« Sie meinte ein leichtes Zittern in seiner Stimme zu hören.
»Versprochen.« Sie beugte sich ein Stück vor, bis ihre Lippen seine zu einem vorsichtigen Kuss berührten. »Meinst du es geht ihm gut?« Diese Frage brannte seit Tagen unter ihren Nägeln und sie hatte sich noch nicht getraut sie zu stellen. Sie hatte Angst, dass Nathan seltsam auf diese Frage reagierte. Dass Nathan geräuschvoll einatmete, ließ sie befürchten, dass sie die falsche Frage gestellt hatte.
»Ich denke er kann auf sich aufpassen.« Eine Pause entstand, in der sie sich an ihn lehnte. »Er kann auf sich aufpassen. Er weiß, was er tut.« Wieder suchte er nach den passenden Worten. »Ich wäre nur froh, wenn ich wüsste, was er macht.«
»Ich auch.« Die Frage, ob Nathan dachte, dass sie Derrin wiedersehen würden, ersparte sie sich und Nathan. Sie wollte weder Angst noch Hoffnung schüren.

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